kurz zur Vorstellung: Ich arbeite seit mehr als einem Jahrzehnt als externer Dienstleister für verschiedene refraktiv-chirurgische Zentren und komme daher etwas rum. Mein Schwerpunkt liegt dabei seit einiger Zeit auf dem Qualitätsmanagement.
Nachdem ja die Ankündigung eines LASIK-TÜV-Siegels schon auf dem DOC-Kongress in Nürnberg bei den Fachleuten viel Staub aufgewirbelt hat, hatte ich heute die Gelegenheit, die fast fertigen Checklisten des TÜV für die Laserzentren einmal gründlich durchzuarbeiten. Ich kann nur sagen: Hut ab, hier wurde ganze Arbeit geleistet. Der TÜV und seine beratenden Experten haben die Latte ganz schön hoch gehängt. Man muss ja bei so etwas immer befürchten, dass die Branche zusammenhält und man niemandem weh tun will, so das am Ende nur ein bezahltes Marketingsiegel rauskommt.
Das ist hier nicht passiert. Die Ansprüche sind heftig. Nach meinem Dafürhalten werden den Forderungen des LASIK-TÜV derzeit bestenfalls 10 % der Laserzentren in Deutschland gerecht. Ich würde mir wünschen, dass die anderen dies zum Anlass für schon lange fällige Nachbesserungen nehmen. Und vor allem wünsche ich mir, dass Leute, die vor der Entscheidung zu einer Laser-OP und der Entscheidung für oder gegen ein bestimmtes Behandlungszentrum stehen, sich tatsächlich in Zukunft an realistischen Kriterien orientieren und sich lustige Diskussionen ("Dr. X in Y hat den ABC-Laser mit SuperScan, das ist das Tollste und Neueste auf dem Markt!") statt dessen lieber sparen.
In Kürze werden die ersten Kliniken nach LASIK-TÜV zertifiziert sein, und ich kann euch nur empfehlen: Fragt danach, und geht gleich in die richtige Facheinrichtung, nicht erst später zum Flicken, auch, wenns vielleicht etwas teurer ist. Und nein, ich arbeite nicht für den TÜV.
presbyop (und noch immer ungelasert)



