Hallo alle zusammen,
nachdem ich in diesem Forum sehr viel gelesen habe und mir die Erfahrungsberichte bei meinem Entscheidungsprozess sehr weitergeholfen haben, kommt nun mit meinem ersten Posting auch gleich mein eigener Erfahrungsbericht.
Die Operation am zweiten Auge ist jetzt drei Tage her und – um es vorweg zu nehmen - ich bin total begeistert von dem Ergebnis!
Meine Ausgangssituation: Werte der letzten Brille –10.25 und –10.75, die Kontaktlinsen jeweils ein Dioptrien schwächer. Zur Operation habe ich mich entschlossen, weil die Verträglichkeit der Linsen nun doch beginnt nachzulassen. Außerdem war es schon immer mein Wunsch, einfach nur normalsichtig zu sein! Morgens aufzuwachen und was anderes zu sehen als nur Farbenmatsch.
Aufgrund meiner Werte kamen nur die Verfahren der Linsenchirurgie in Frage, wobei ich mich für die Hinterkammerlinse (ICL) entschieden habe. Auf die Tage der Operation habe ich mich richtiggehend gefreut - klingt komisch, war aber so.
In der Augenklinik angekommen, erfolgte zunächst eine Untersuchung, dann sollte ich auf dem Zimmer warten. Nach einer halben Stunde ging es dann aber schon los. Schmuck und sämtliche Kleidung außer Unterhose mussten abgelegt und ein OP-Hemd übergezogen werden. Die Kontaktlinse in dem anderen Auge musste leider auch im Zimmer bleiben. Dann wurde ich mit einer Liege abgeholt, durch das Fehlen der Kontaktlinse habe ich aber gar nichts mehr von meiner Umgebung mitgekriegt. Im OP sah ich natürlich nur grün gekleidete Schemen. Dafür war die Betreuung dort super nett! Die Anästhesistin gab mir zunächst eine Spritze, von der mir eine Sekunde lang schwindelig wurde. Dann war das auch schon wieder vorbei und ich fühlte mich wieder normal. Kurze Wartezeit. Dann kam der Operateur und es ging los. Das Gesicht wurde abgedeckt, so dass nur das Auge frei blieb.
Von der Operation selbst habe ich wider Erwarten nichts gesehen. Ich hatte mir ausgemalt, ich würde vielleicht die Instrumente im Auge sehen. Statt dessen habe ich gar nichts gesehen außer einem bläulichen Gewaber. Keine Instrumente zu sehen, nichts zu fühlen. Auch von der Lidsperre habe ich nichts gemerkt. Nur einmal ein ganz kurzes Kitzeln, wiederholt wurde das Auge mit Flüssigkeit gespült. Dann wurde das Auge verbunden und es war auch schon vorbei! Ich weiß nicht wie lange es gedauert hat, jedenfalls kam es mir vor wie höchstens 10 Minuten.
Ich habe nichts von der OP gespürt, nichts davon gesehen und habe mich auch in keiner Weise unwohl gefühlt. Zweimal habe ich gemerkt, dass ich kurz verspanne, was aber durch tiefes Ausatmen gleich verschwand. Vielleicht war in der Spritze ja ein Beruhigungsmittel mit drin. (Die Irislöcher wurden übrigens nicht vorher gelasert, sondern während der OP gemacht).
Ins Zimmer zurück, kurz ausruhen, umziehen, später Mittag essen. Etwa zwei Stunden nach der Operation beginnt das Auge leicht zu drücken.
Etwas später dann der erste große Moment! Der Verband kam erstmalig runter, damit der Augendruck gemessen werden kann. Ich sagte erschrocken, dass ich gar nichts sehe außer einem ganz schmalen Streifen Licht. Der Arzt aber sagte, das sei völlig normal. Schon während der kurzen Untersuchung merkte ich, dass sich das Gesichtsfeld vergrößerte und die Dinge im Raum zu erkennen waren. Das Auge wurde wieder verbunden und nun konnte ich abgeholt werden und nach Hause gehen.
Am nächsten Morgen kam dann der Verband ab und: ich kann alles sehen! Sehschärfe fast 100%! Ich kann es kaum glauben. Super genial !!!
Die zweite Operation erfolgte dann eine Woche später. Der Ablauf war wieder der gleiche, nur mit dem Unterschied, dass ich nun den Operationssaal sehen und die Personen dort erkennen konnte.
Die Messung des Augendrucks erfolgte deutlich später als bei der ersten OP, so dass ich, als der Verband kurz abgenommen wurde, bereits sehr gut sehen konnte.
Am nächsten Morgen dann der ganz große Moment. Als der Verband wegkam, brauchte ich einige Sekunde, um die Bilder der beiden Augen zu koordinieren. Das Ergebnis des Sehtests: 125 %! Soviel hatte ich bisher noch nie geschafft.
Kurz noch zu meinem Befinden in den Tagen nach der OP: die Augen sind noch sehr empfindlich und drei Tage lang hatte ich leichte Schmerzen bei Augenbewegungen bzw ein leichtes Kratzen / Brennen. Bin auch irgendwie noch sehr müde und schlafe mehr als sonst.
Noch zwei Tipps: 1. ich hatte eine Woche Pause zwischen den beiden Operationen. Das würde ich nicht mehr so machen sondern mit zwei, höchstens drei Tagen Abstand (was ja auch das übliche ist). 2. lieber eine Woche Urlaub einplanen, da Bildschirmarbeit in der Tagen nach der OP sehr ungünstig ist.
Um den langen Bericht kurz abzuschließen: es ist einfach nur genial. Ich bin so froh, dass ich mich dazu entschlossen habe und kann nur das Fazit ziehen, dass ich diese Operation sehr empfehlen kann und mich jederzeit wieder so entscheiden würde.
Liebe Grüße



