Ich möchte hier meinen Erfahrungsbericht reinstellen, um anderen bei ihrer Entscheidung zu helfen.
Meine OP war am 29.11.2011 und meine Entscheidung hierzu war hauptsächlich getragen von Gesprächen mit Freunden und Bekannten, die sich bereits haben lasern lassen. Nach der OP habe ich dieses Forum hier gefunden und war einigermaßen erschrocken. Hätte ich damals die bedrückenden Berichte zu den Komplikationen gelesen, wäre die OP für mich gestorben gewesen. Oder habe ich einfach nur Glück gehabt? Meine Freunde und Bekannte allerdings dann auch. Jede OP ist mit Risiken verbunden, deshalb sollte jeder seine Entscheidung sehr überlegen und Nutzen/Riskien für sich abwägen. Hier möchte ich einfach mein Erleben aufschreiben. Soviel vorab: ich würde aus jetziger Sicht wieder tun.
Lasik Stuttgart, Dr. Simon (darf man das schreiben?)
Voruntersuchung 16.11.2011: alt: -3.5/zyl.-1.5 (beide Augen stabil seit 10 Jahren), ohne Brille "ich blind wie Maulwurf", 45 Jahre, Nichtraucher, Hauptmotivationen Sport und Lebensqualität, Hornhautdicke sehr gut, allgem. Augengesundheit o.k., 6.1mm Dunkelpupille (10Min.), Frage nach Astronomiehobby und größerer Dunkelpupille (45Min) beantwortet, wegen ausreichender Hornhautdicke Einstellung auf 6.75mm; FEMTO-LASIK empfohlen, alles klar, alle anderen Fragen auch beantwortet (Erfahrung, Risiken, Stromausfall, Erdbeben....). Daheim überlegt und abgewogen, meine alte Brille ist unbequem, ich entscheide mich, rufe nach 3 Tagen an.
OP 29.11.2011, 13:00 Uhr, nächster Tag Urlaub.
OP: unspektakulär, Augenfixierung unangenehm, aber keine eigentlichen Schmerzen. Fixierung einrichten 10 Sek., Femto für Flap 20 Sek, Lasik 15 Sek., alles je Auge. Danach Brille weg, Sicht "anders", verschwommen/dunstig/halbscharf/doppelt (aber besser als früher ohne Brille). 3 Sorten Tropfen + Schutzbrille (für die Nacht), Sonnenbrille auf, Tschüss, Fahrkartenautomat geht schon zu sehen, rein in S-Bahn, alles blendet, Augen zu und durchfahren bis nach Hause, meine Frau ist dabei und passt auf. Nach 1h daheim, sehen schon besser, Irritationen, Hinlegen, Augen zu, Radio hören. Abends erstmal Tropfen DexaOphtaSine, Vigamox, HyloVisionSine, Tropfen reintun ist sehr ungewohnt und gefährlich (muss mich dran gewöhnen).
Abendessen, meine Kinder feixen über mich, Augen wie nach Zwiebelreizung, pünktlich in's Bett. Die Schutzbrille probiere
ich aus, habe aber Angst, dass die beim Verrutschen mir in Augen piekt. Wann kommen die schrecklichen Schmerzen, die ein Freund mir von sich berichtete? Beim Warten darauf eingeschlafen, frühmorgens aufwachen, nichts mit Schmerzen, dafür ausgeschlafen. Mein rechtes Auge ist oberhalb Iris ziemlich rot.
Erstkontrolle, 9:00. Ich hab ja Urlaub. Allein mit S-Bahn nach Stuttgart reingefahren, geht gut, aber mit Brille hab ich deutlich schärfer gesehen, vor allem mit Links. Dr. Simon mit Ergebnis sehr zufrieden, "das wird noch", Sehtest Links 70%, Rechts 90%, ich bin nicht wirklich zufrieden. Abends im Dunkeln und Stadtverkehr Auto gefahren, es geht, ist aber grenzwertig, Leute mit 1 Promille fahren sicherer.
11 Tage reichen die 3 Sorten Tropfen, ich gehe wieder arbeiten (Büro), im Fernsehen ist ein Bericht über Problemfälle von Lasik, was soll ich dazu jetzt noch denken..., ich finde aber das Forum hier.
Unstabile Sehrschärfe, Frühmorgens meistens am besten, Nachmittags schlechter, müde Augen, Irritationen strengen an.
Irritationen: Punkte/Kanten erscheinen schräg seitlich doppelt, helle Lichter blenden und streuen in helle Fläche ringsum.
Bürolicht von schräg oben blendet, ich trage Basball-Cap (Kollegen feixen). Ich habe nicht das Gefühl, dass irgendwas besser wird.
11.12. Die Tropfen sind alle, die erste Nacht ohne. Frühmorgens super Sicht, habe das Gefühl, die Tropfen hätten mich
zusätzlich benebelt. Im Fernsehen kann ich die kleinste Schrift jetzt lesen. Augen fühlen sich etwas gereizt an, sind wohl "trocken" (mit diesen Begriff konnte ich früher nichts anfangen). Ich versuche selber durch Anstrengen mehr Tränenflüssigkeit durch Konzentration zu produzieren, das hilft.
Zweitkontrolle Mitte Dez., links 90%, rechts 125%, alles super, ich soll aber HyloVision "zur Pflege" nehmen und dem Heilungsprozess Zeit geben. Habe das Gefühl einer noch leichten Kurzsichtigkeit, na lieber Unter- als Überkorrektur. Sehschärfe schwankt, nach Nahsehen ist Fernsehen etliche Sekunden unscharf, das schräg-doppelte Kontastsehen irritiert weiter. Ich "schone" meine Augen. Das geht über den Jahreswechsel ganz gut.
15-16.1. Es wird besser. Jetzt will ich es wissen: Teleskop raus und Astronomie-Abend (arschkalt draußen). Ohne Brille je Auge durchs Okular schauen, das hat sich gelohnt.
Kein Astigmatismus mehr (wie früher) spürbar (Sterne erscheinen dann strichförmig). Nachdem ich den Schatten vom Jupitermond Jo auf dem Jupiter gesehen habe, bin ich überzeugt: du kannst super scharf schauen, auf beiden Augen. An diesem Abend habe ich so viele Deep-Sky-Objekte am
Nachthimmel gefunden, wie nie zuvor. Ich glaube jetzt, dass jedes Auge "für sich" erstmal wieder scharf sehen lernen muss. O.k. am Teleskop drehe ich so lange, bis es scharf ist, aber das ist doch der Beweis, dass es optisch (und wenn später mit schwacher Brille) auf jeden Fall geht. Ich habe keine
Probleme im Dunkeln, trotz weiter Pupille. Mehr wollte ich garnicht.
5.1. Ich besuche meinen alten Freund, der vor 1.5 Jahren eine Lasik hatte, wir tauschen uns "unter Männern" aus und gehen in die gemischte Sauna, um unsere Sehschärfe im Halbdunkel zu prüfen (wir beide verheiratet, keine Sorge). Salzwassser-Sprühnebel vertragen meine Augen definitiv noch nicht, es brennt wie irre. Lässt aber sofort nach Abduschen nach. Kräuteraufguss ist o.k.
26.1.2012 Endkontrolle: Dr. Simon ist sehr zufrieden, ich brauche nicht nochmal hin. Beide Auge 125%. Das ist aber zu relativieren, denn leichte Irritationen (doppelte Bilder) habe ich immer noch. Vielleicht "rechnet" mein Gehirn auch schon einen Großteil dieser Irritatonen weg, die Hornhaut muss ja auch noch weiter heilen. Mit Brille habe ich früher aber definitiv schärfer gesehen, o.k. die Optikerin hatte sich damals auch über 1 Stunde Zeit genommen mit mir, war wohl nichts los im Laden, da muss ich 150% beide gehabt haben.
5.2.2012 Fazit: Ich nehme Morgens und Abends jeweils nach dem Zähneputzen "zur Pflege" die Augentropfen, kann damit leben. Habe nicht das Gefühl, dass ich es ewig müsste. Ein leichtes "Fremd- oder Trocken-Gefühl" in den Augen habe ich weiterhin, es stört aber nicht, ich bemerke es nur. Weiterhin habe ich den Eindruck, dass trotz immer noch schwankender Sehschärfe in der Ferne (Nah hatte ich NIE Probleme nach der OP), trotz leichter Irritationen, sich die Gesamtsituation
immer weiter bessert. Die gewonnene Lebensqualität wiegt für mich mehr, als meine verbleibenden Problemchen.
Ich würde es wieder tun, habe mich bei Dr. Simon bedankt und empfehle ihn.
Ich hoffe, mein Bericht hilft irgendwie.
Vergesst nie die Risiken, bei mir lief es gut, der Nutzen war groß.
Jeder muss sich bewusst entscheiden. Im Zweifelsfall auch dagegen.



